EDITORIAL: Happy Birthday Osteopathie!


Editorial

Aus dem Newsletter Juli 2014, © JOLANDOS e.K. 2014

Happy Birthday Osteopathie!


Liebe Freundinnen und Freunde der Osteopathie,

HAPPY BIRTHDAY OSTEOPATHIE!

Am 22. Juni 1874 wurde nach den Worten ihres Entdeckers, A.T. Still (1828-1917), das Banner der Osteopathie gehisst. 140 Jahre später weht es kräftiger denn je! Immer wieder vergeblich verachtet, verspottet und bekämpft, versuchen die Gegner der Osteopathie nun (wieder einmal) Stills ursprünglich salutogenetische Philosophie der Osteopathie zu assimilieren. Nur um der Anerkennung und Abrechnung willen, aber auch um den Status des 'Heilers' und 'Gesundmachers' nicht zu verlieren, wird die Umetikettierung der salutogenetischen Osteopathie-Philosophie in eine pathogenetische Osteopathie-Methode auf berufspolitischer Ebene vehement vorangetrieben. Aber wie schon in den USA und England zuvor, werden auch diese Bemühungen auf europäischer Ebene Stills ursprünglichem Ansatz nichts anhaben können. Warum? Weil Osteopathie eben keine bloße medizinische Methode oder ein Verfahren ist, sondern

[...] "ein aggressiver Feldzug für die Liebe, die Wahrheit und die Menschlichkeit!" (1)

Bei Still geht es um vertrauensvolle und optimistische Neugier an allen Aspekten des Lebens. Es geht um skeptische Selbsterkenntnis als Grundlage persönlicher Weiterentwicklung, Einsicht in metaphysische Zusammenhänge, die beseelte Suche nach Erkenntnis und ein entsprechendes Handeln - ohne Rücksicht auf Reputation und Vermögen. Stills Osteopathie lebt von mutigem Reflektieren und Handeln, womit die philosophische Grundeinstellung zum Leben das Wappen im Banner der Osteopathie repräsentiert. Das Behandlen ist 'nur' eine logische Folge, ein Symptom, wenn man so will.

Alles nur romantische Spekulationen eines begeisterten Osteopathiehistorikers? Still nur ein Bonesetter oder verrückter Esoteriker? Dann lohnt sich ein Blick auf diese Begriffsanalyse des Still-Kompendiums. Vergleichen Sie darin einfach mal die Häuigkeit von Begriffen wie Technik, Konzept und Religion gegenüber Ausdrücken wie Leben, Verstand, Philosophie und Weisheit. Die Begriffsanalyse zeigt deutlich: Still ging es im Kern um philosophische Fragen rund um den 'fluidalen' Austausch von Informationen auf physischer, aber auch auf metaphysischer Ebene. Dies erfolgte immer in Bezug auf die Schöpfung, das Leben, die Natur und den Menschen - alles letztlich zum Wohl der gesamten Menschheit und im Dienst von etwas Größerem. Und mal ganz ehrlich: Was kann es Sinnhafteres im Leben geben? Und wie kann man so eine freie und in gewissem Maße 'wilde' Philosophie zur zweckdienlichen Methode zähmen?

Die Antwort ist einfach:

Gar nicht!


Ihr

Christian Hartmann
Christian Hartmann
kontakt@jolandos.de


Quellennachweise

Bildquellen