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Geschichte und Philosophie der Osteopathie

Seit 2004: Das beste Seminar zum Thema!

Mehr als 120 Veranstaltungen in 9 Ländern mit über 2.500 Teilnehmern!
Fester Bestandteil der Ausbildung mehrerer Osteopathie-Schulen!

Ab 2018
Nur noch 1-tägig – max. 30 Teilnehmer.

Alle Infos:
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TERMINE

Veranstaltungen bei denen man auch über JOLANDOS buchen kann:

27./28.05.17, Bad Aleksanderbad (FAFO), 2 Tage => 249.-€

19./20.08.17, Meppen (GKO), 2 Tage => 249.-€
02./03.09.17, Düsseldorf (Top Physio), 2 Tage => 249.-€
16./17.03.18, Zurich (Holland!), 2 Tage => 300.-€

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INFOS FÜR TEILNEHMER

Kosten:

  • 149,00 € / Teilnehmer (1-Tages-Seimiar)
  • 249,00 € / Teilnehmer (2-Tages-Seminar)
  • Stornokosten ab 2 Wochen vor dem Seminar 50%.
  • Alle Preise inkl. Mwst.


Allgemein:

  • 1. Tag: 09-17:30 Uhr (zwei Kaffee- und eine Mittagspause)
  • 2. Tag: 09-15:30 Uhr (eine längere Kaffepause) – nur noch 2017!
  • Referent: Christian Hartmann
  • 10 VOD-Fortbildungspunkte!
  • Buchverkauf JOLANDOS-Titel in den Pausen: 10% Preisnachlass!
  • Buch Gedanken zu A.T.Stills Philosophie der Osteopathie zum Sonderpreis von 10.- €.

Anmeldung / Noch Fragen?

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 INFOS FÜR VERANSTALTER

Sie sind daran interessiert das Seminar für Ihre Schule, Praxis, etc. zu buchen?

Kosten:

  • 750,00 €
  • zzgl. Unterbringung: 100,00 € / Nacht
  • zzgl. Fahrtkosten: Deutsche Bahn - Bahncard 50%
  • Alle Preise zzgl. 19% MwSt. (Bei Umsatzsteuerbefreiung nur Nettopreise.)
  • Stornokosten bei Absage des Seminars ab 4 Wochen vor Termin 50%.

Teilnehmerzahl:

  • Max. 30 Teilnehmer!
  • Zusätzlich max. 5 'Externe' = Über JOLANDOS vermittelte Teilnehmer
  • Jeder Teilnehmer > 30 wird mit zusätzlch 150.- € berechnet.
    (Die Begrenzung der Teilnehmerzahl dient der Qualitätssicherung!)
  • Bei Externen wird die Teilnehmergebühr auf den Veranstalter und mich aufgeteilt. 

Downloads:
Kurzbeschreibung des Seminars
Christian Hartmann – Vita
Christian Hartmann – Foto


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SEMINARINHALT

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Einleitung

Osteopathie ist eine der bedeutendsten medizinischen Bewegungen der vergangenen 30 Jahre in der westlichen Welt. Umso erstaunlicher erscheint, dass trotz anders erscheinender Darstellungen durch osteopathische Institutionen, aber auch der WHO, weder national, noch international auch nur annähernd ein Konsens über die Kernprinzipien der Osteopathie besteht. Noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Osteopathie bis heute nicht in der Lage zu sein scheint, genau benennen zu können, was ihre Alleinstellungsmerkmale gegenüber der orthodoxen Medizin sein sollen. Diese fehlende Identität, vor allem die fehlende Bewusstheit für die Bedeutung einer einhheitlichen Identität ist Grund für das nicht zu übersehende Chaos innerhalb osteopathischen „Gemeinschaft“.

Die Identität einer Medizinphilosophie, die den Anspruch an Eigenständigkeit erhebt, setzt voraus, dass sie ihre Herkunft wissenschaftlich, d.h. anhand von Primärquellen argumentativ gesichert und damit durch Jedermann überprüfbar erarbeitet hat. Auf diesem Fundament ist es anschließend möglich, einzelne ebenfalls argumentativ untermauerte und auf soliden Quellen basierende Bausteine bis in die Gegenwart zu errichten. Erst jetzt kann diese Medizinphilosophie von sich behaupten, eine eigene Identität zu besitzen und erst jetzt kann sie erkennen, ob und welche Alleinstellungsmerkmale existieren (oder auch nicht). Weiterhin hat sie erst ab diesem Zeitpunkt die Berechtigung, sich von ihren Wurzeln guten Gewissens abzuwenden, um sich auf zukünftige Entwicklungen zu konzentrieren.  Die orthodoxe Medizin kann all das lieferen, die Osteopathie nicht.

Konkret bedeutet das: Osteopathie wird nur dann eine eigenständige Zukunft haben – gleichgültig, ob als eigtenständige Medizinphilosophie außerhalb, oder als eigenständige Denkrichtung innerhalb der orthodoxen Medizin –, wenn sie ihre Wurzeln, sprich Stills „Philosophie der Osteopathie“ wissenschaftlich erarbeitet hat und in der Lage ist, von dort aus solide begründete Brücken in die Gegenwart zu bauen.

Seminarinhalt

Das Seminar versteht sich als erster Schritt, um diese Fundamente der Osteopathie freizulegen, aber auch um erste Bausteine darauf zu bauen.

Um den Inhalt, vor allem aber die medizin- und in Teilen auch philosophiehistorische Bedeutung, bzw. die geradezu dramatische Bedeutung für die therapeutische Rolle des Osteopathen auch und gerade in der heutigen Zeit umfassend verstehen zu können, ist es tiefer Blick in die Geschichte unumgänglich. Daher startet das Seminar mit  einer Zeitreise, die den Zuhörer informativ und unterhaltsam von der magischen, bzw. schamanistischen  Medizin der vorrationalen Zeit über die Antike, das Mittelalter, die Renaissance bis in die Zeiten der Aufklärung und schließlich in die enstehenden Vereinigten Staaten von Amerika führen wird.

Mit dieser Kenntnis, nicht nur, wie sich Medizin eingebettet in kulturellen Entwicklungen ausgeprägt hat, sondern auch, woher unsere therapeutische Rolle mit seinen unbewussten therapeutischen Denkmechanismen kommen, sind die Vorrausetzungen erfüllt, um sich der Entstehung der Osteopathie zu widmen. Wie alle medizinischen Denkströmungen ist auch sie nicht vom Himmel gefallen, sondern lediglich Ergebnis des gesellschaftlichen Kontextes, innerhalb dessen sie entstanden sind. Deshalb geht es ab hier ausführlicher um der Zeit und das Umfeld, in dem Still gelebt hat. Nur so wird verständlich, was zentrale Begriffe in Stills Texten – wie etwa „“menschliche Maschine“ tatsächlich bedeuten und warum eine Interpretation selbiger durch die modernen Brillengläser irreführend ist. Zu dieser „Klärung der Brillengläser “ gehört selbstverständlich auch die Kenntnis der Persönlichkeit Stills. Nur, wenn man den Mensch Still besser kennt, ist es möglich zu verstehen, warum er vollkommen bewusst kein systematisches Sammelwerke in medizinischer Terminologie, sondern vielmehr unterhaltsame, tiefsinnige und humorvolle Erzählungen voller Anekdoten und Metaphern hinterlassen hat – und warum er den Begriff „Philosophie“ absolut zentral verwendet.

 Mit diesem historisch-biografischen Vorwissen im Gepäck, geht nun um die konkrete Entstehungsgeschichte der Osteopathie, dem sich eine gut strukturierte und sorgfältige aus dem Gesamtkontext aller öffentlich zugänglichen Schriften von Still erstellten Übersicht seiner „Philosophie der Osteopathie“ anschließt. Hierbei wird besonderen Wert darauf gelegt, auf welchen Beobachtungen diese beruhen, welche Logik sich erkennen lässt und was dies für enorme Konsequenzen für den praktisch-therapeutischen Alltag hat. Dabei wird auch klar herausgearbeitet, welche zum Teil diametral entgegengesetzte Ausrichtungen zwischen Stills „Philosophie der Osteopathie“ und den meisten modernen Strömungen der Osteopathie festzustellen sind.

Im letzten Abschnitt des Seminars erfolgt mit der Vorstellung John Martin Littlejohns (1866-1947) eine Herausarbeitung der Weiterentwicklung von Stills eher geisteswissenschaftlichem Ansatz im naturwissenschaftlichen Bereich. Damit beginnt die Anschlussfähigkeit der Osteopathie an die moderne Wissenschaft und zugleich eine Fokussverschiebung von der Anatomie zur Physiologie.

Schließlich wird noch William Garner Sutherland als dritter Gründervater der Osteopathie und seine Kraniosakrale Osteopathie vorgestellt. Hierbei folgt auch eine kritische Betrachtung einzelner Aspekte dieser osteopathischen Strömung, aus der sich die Biodynamische Osteopathie entwickeln sollte. Zugleich wird in diesem Zusammenhang auch noch kurz auf Emanuel Swedenborg, ein in der Osteopathie weitgehend unbekannter Universlgelehrter und Mystiker des 18. Jahrhunderts eingegangen, der offensichtlich maßgeblich an der Entwicklung des theoretischen Modells der Osteopathie, nachweislich aber des kraniosakralen Konzepts von Sutherland hatte.

Gegen Ende erfolgt nochmals eine kurze Zusammenfassung des gesamten Seminars mit einem Brückenbau in die aktuelle Zeit, um nochmals die enorme Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Wurzeln der Osteopathie zu verdeutlichen.  Fragen und Diskussion sind während des gesamten Seminars erwünscht und können auch am Ende ausführlicher gestellt bzw. geführt werden.

 

Und das lernen Sie unter anderem in diesem Seminar:
- Warum Stills Ansatz bis heute noch nicht einmal begonnen hat.
- Was der Begriff Osteopathie bei Still bedeutet.
- Was der Unterschied zwischen Philosophie der Osteopathie und Osteopathie ist.
- Warum das 'Philosophieren' der eigentliche Kern der Osteopathie ist.
- Was Philosophie im Sinne Stills bedeutet.
- Warum Osteopathie gesundheitsorientiert ist - und was das eigentlich genau bedeutet.
- Warum reguläre Medizin ein Teil der Philosophischen Osteopathie ist - und nicht umgekehrt.
- Warum Philosophische Osteopathie kein manualmedizinisches Verfahren darstellt.
- Welche Einflüsse auf die Entstehung der Osteopathie gewirkt haben.
- Worin sich Stills von der modernen Osteopathie 'philosophisch' unterscheidet.
- Warum Still bewusst weder Spiritualität noch Techniken unterrichtet hat.
- Warum Philosophische Osteopathie keine 'Heiler' oder 'Gesundmacher' kennt.
- Warum Philosophische Osteopathie keinen starren Konzepten folgt.
- Warum A.T.Still die Grundmotivation vom Behandlungsziel trennt.
- Warum Subjektivität eine besondere Bedeutung bei der Philosophischen Osteopathie hat.
- Was Staunen, Redlichkeit, intellektuelle Aufrichtigkeit, Wahrheitssuche und gemeinwohlorientiertes handelntragende Säulen der Osteopathie sind.
- Was Begriffe wie Anamnese, Heilung, Krankheit und Gesundheit tatsächlich bedeuten.
- Warum es Krankheit und auch Gesundheit nicht wirklich gibt.
- Warum der Versuch Osteopathie anerkennungs- und abrechnungskompatibel zu machen die osteopathische Identität gefährdet.
- Warum Freiheit der zentrale Begriff der Osteopathie ist.
- Warum Philosophische Osteopathie zugleich auch eine biologische Wissenschaft und Kunsthandwerk ist.
- Warum die junge Generation die große Hoffnung der zukünftigen Osteopathie ist.
- Warum die Zeit reif ist für einen radikalen Kurswechsel in der 'modernen' Osteopathie.

Ich freue mich auf Ihr Interesse!

Autorenfoto_klein
Christian Hartmann

Noch Fragen?
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EINE VON VIELEN GLEICHLAUTENDEN KRITIKEN!

"Zu einem hochinteressanten Tageseminar hatte die Berufsvereinigung hpO Mitglieder und Interessenten am 28. März nach Kitzingen in die Rolf-Schneider-Akademie eingeladen. Christian Hartmann, Inhaber des Jolandos Verlag, referierte vor zwei Dutzend Teilnehmern über die Geschichte und Philosophie der klassischen Osteopathie. 

Ein auch berufspolitisch wichtiges Thema, hatten doch die Manualmediziner in einem Positionspapier [...] behauptet, Osteopathie zähle zur Manuellen Medizin. Christian Hartmann bestätigte nun mit seinen Ausführungen zur Geschichte und Philosophie, wie abwegig die Position der Manualmediziner tatsächlich ist.


In seinem Seminar legte Hartmann die Philosophie der Osteopathie anhand den Texten und der Biografie  ihres Entdeckers A.T. Still (1828-1917) dar. Er belegte eindrücklich, dass Still sich selbst primär nicht als Behandler, sondern als ursprünglicher und von allen Autoritäten unabhängiger Denker 'jenseits der Wagenspuren' verstand. Daher müsse man ihn auch primär als behandelnden Philosophen und nicht als philosophierenden Behandler (an)erkennen, wobei der Begriff Philosophie auf Still bezogen stets im ursprünglichsten und einfachsten Sinn lediglich als 'Liebe zur Weisheit' zu verstehen sei.


Hartmann beschrieb, wie Still über den philosophischen Regelkreis Beobachtung – Reflexion – Schlussfolgerung - Beobachtung die Grundprinzipien seiner Osteopathie aus der Natur erschließt: Still davon aus, dass das freie Fließen der Körperflüssigkeiten und Nervenströme die Grundlage für die Entfaltung der Selbstheilungsmechanismen darstellt. Bei ungünstigen anatomisch-physiologischen Rahmenbedingungen wird dieses Fließen direkt, indirekt (vasoaktive Reflexe) eingeschränkt.

Bei seinem therapeutischen Ansatz legte A.T. Still folgerichtig allergrößten Wert auf die Anpassung der zugrunde liegenden anatomisch-physiologischen Rahmenbedingungen an den Organismus selbst (=> keine Korrektur!), damit die Physiologie die Pathologie verdrängen und Heilung ausschließlich aus sich selbst heraus erfolgen kann. Demzufolge betrachtet Still den Osteopathen ganz im hippokratischen Sinn nicht als Heiler, sondern als einen behandelnden Naturphilosophen und die Osteopathie nicht als  'Verfahren', sondern als im fürsorglichen Kontext kunsthandwerklich angewendete Naturphilosophie (modern: bio science).

Durch die geschickte Einbettung der Geschichte Stills und seiner Texte in verständlich dargestellte kultur- und medizinhistorische Zusammenhänge, alltagsklinische Begebenheiten und berufspolitische Aspekte vermittelte Hartmann nachdrücklich, dass A.T. Stills Philosophie der Osteopathie tatsächlich einen medizinhistorischen Meilenstein darstellt - allerdings anders als bisher gedacht. Dass sie die 'heroische' Medizin seiner Zeit zurecht angreift, war bereits bekannt, dass sie aber auch das therapeutische Selbstverständnis des Osteopathen und der Osteopathie im 21. Jahrhundert erschüttert, das war neu."

[Heilpraktikerverband praktizierender Osteopathen, 01.04.15, Würzburg]

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